• Dellorto – Vergaser für R 90s

    Attachment 1019copyright by Dellorto

    für BMW R 90 S
    In Zeiten der Vollelektronik, in denen alles unsichtbar, fast lautlos, steril und sauber geregelt wird, ist der gute alte Vergaser nur noch an unseren Klassikern zu finden.

    Der Vergaser hat einmal die Aufgabe, uns ein Kraftstoff Luftgemisch zu liefern, das gut entzündbar ist und im Bereich der „Entzündlichkeitsgrenzen“ liegt. Also zwischen ma-gerem Gemisch mit 20 Gewichtsanteilen Luft und 1 Gewichtsanteil Benzin und fettem Gemisch mit 7 Gewichtsanteilen Luft und 1 Anteil Benzin. Der beste Wert liegt wie immer natürlich in der Mitte bei 14,5 bis 15,0 Gewichtsanteilen Luft zu 1 Anteil Benzin. Dann läuft der Motor am besten und auch die Abgasprüfung kann man schaffen.

    Zum zweiten soll der Vergaser den Motor mit wechselnden Mengen an Gemisch versorgen. Hierfür erzeugt er mit der vom Motor angesaugten Luft einen Unterdruck, der das Gemisch in den Verbrennungsraum strömen lässt. Dabei wird der flüssige Sprit im Düsen-stock/Zerstäuber in feinste Tröpfchen geteilt, die im Luftstrom verdampfen und ein gleichmäßiges Gemisch bilden. Damit ein Vergaser diese beiden Aufgaben auch erfüllt kann, wurden in den letzten Jahrzehnten verschiedene Bauprinzipien entwickelt. So sind verschiedene Vergasertypen auf dem Markt: Vergaser mit Vornamen wie Unterdruck, Gleichdruck, Rundschieber, Flachschieber, Drosselklappen, Fallstrom sind am weitesten verbreitet. Auch gibt es schlanke und dicke, schnelle und langsame Vergaser.

    Der Vergaser ist ein Teil des Motors, in und an dem alles mechanisch, sogar feinmechanisch abläuft. Feinmechanisch deshalb, weil so viele einzelne Teile eingespielt miteinander arbeiten müssen und man die meisten Schrauben nicht festziehen, sondern nur justieren oder nur um eine klitzekleine Umdrehung verstellen sollte. Die Angst ist immer dabei, dass das Gemisch zu mager eingestellt ist und der Motor überhitzt und dann klemmen kann.
    Das gesamte System dieser Mechanik ist natürlich auch anfällig. Mit zunehmendem Alter dieses Teils an unseren Motorrädern kann eine ganze Menge falsch laufen: Der Schwimmer dichtet nicht mehr ab, der Rundschieber läuft nicht richtig in seiner Füh-rung, Düsen sind mit der Zeit verstopft, die Düsennadeln haben Material eingebüßt, Dichtungen dichten nicht mehr etc. Nach längerer Standzeit, was bei unseren Klassikern oft vorkommt, ist zudem der gesamte Apparat durch den abgestandenen Sprit verharzt. Da hilft nur noch ein erfrischendes Ultraschallbad.
    Ist der gute alte Vergaser also eine Dauerbaustelle an den Klassikern? Nein, eigentlich verrichtet er zuverlässig und unauffällig seinen Dienst. Man muss ihn nur in Ruhe machen lassen und ihn fachmännisch behandeln.
    Vergaser bei den BMWs ab 1969:
    Die BMW Boxer-Motoren können aufgrund ihrer Bauart ihre Vergaser nicht verstecken. Jeder kann sehen, welcher Vergaser verbaut ist. Ein gewohnter Blickfang sind seit 1969 die Bing Gleichdruckvergaser, die mit dem dicken Dom, in dem die Membran sitzt. Dieser Vergaser von der Firma Bing wurde immer weiter entwickelt und tat seinen Dienst in allen Zweiventiler-Modellen bis zu deren Produktionsende 1996. Das war auch das Ende der Vergaser an den BMW-Boxern.
    Seit der /5 Reihe wissen aber alle Leistungshungrigen den Vorteil der Dellorto Rundschiebervergaser zu schätzen. Der Bing Gleichdruckvergaser mit seinem gewaltigen Schieber und der weichen Membran kann gar nicht so schnell reagieren, wie der sportliche italienische Mischer mit der Beschleunigerpumpe, die den Übergang zum Vollgas mit Hilfe einer indirekt vom Gaszug angesteuerten Membranpumpe glättet. Er gewährleistet heftiges Beschleunigen ohne Verschlucken, sieht gut aus und betont den sportlichen Charakter der R 90s, an der er als einziges BMW-Modell 3 Jahre lang serienmäßig angeboten wurde. So etwas hatte die Firma Bing 1973 auch gar nicht zu bieten.


    Attachment 1020

    Dellorto Vergaser an der BMW R 90s:
    Die Firma Dellorto ist im norditalienischen Ort Seregno beheimatet und stellt seit Anfang der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts Vergaser her. Seit 1940 entwickelt sie Rennvergaser und hat mit ihnen zu unzähligen Siegen im Rennsport beigetragen.

    Die ersten R90s Modelle fuhren mit Tupfern an den Vergasern anstelle des Chokes durch die Gegend und sprangen schlecht an. Bis zur Modellüberarbeitung 1974 scheuerten auch die Gaszüge sehr schnell durch, man verzichtet auf die Führungsröhrchen und der Vergaserdeckel und die Gaszugführung wurden verändert.

    Der Dellorto-Vergaser heißt offiziell Typ PHM 38 , ist ein Hochleistungs- und Spitzen-produkt und besitzt eine Anzahl von Systemen und Einstellmöglichkeiten, damit eine optimale Funktion und Feinabstimmung erst möglicht wird:

    a. Kaltstartsystem: Das Chokesystem arbeitet eigenständig und unabhängig von den anderen Systemen. Beim Betätigen des Chokehebels wird ein winziger Schieber gehoben, der dann eine seitliche Bohrung freigibt. Hierdurch saugt der Motor Luft an. Aufgrund des kleinen Durchmessers der Bohrung entsteht eine hohe Luftgeschwindigkeit und dadurch ein hoher Unterdruck in der Starterdüse die Luft nimmt eine große Menge Sprit aus der Schwimmerkammer mit. Das Gemisch wird angefettet. Die größere Menge ist nötig, da sich bei kaltem Motor viel von dem angesaugten Gemisch an den kalten Wänden des Saugrohrs niederschlägt und im Motor dann fehlt. Beim Start bei niedrigen Außentemperaturen kann man auch durch mehrmaliges Drehen des Gasgriffs bis zum Anschlag die Beschleunigerpumpe (unten mehr dazu) aktivieren. Dadurch wird beim Start noch zusätzlich Benzin eingespritzt.

    b. Leerlaufsystem: Läuft der Motor im Standgas, ist dafür auch ein eigenständiges Sys-tem verantwortlich, das die Menge an Gemisch wohl dosiert liefert. Der Gasschieber bleibt auf einer bestimmten Höhe stehen, er wird durch die Leerlaufschraube „fest-gehalten“ und gibt dadurch einen bestimmen Durchlass für das Gemisch frei. Die Höhe des Schiebers und damit die Menge des Durchlasses kann man durch Rein- oder Raus-schrauben der Leerlaufschraube steuern. Da diese Menge für sich allein zu wenig ist, um den Motor am Laufen zu halten, wird durch die Leerlaufdüse, ähnlich wie beim Choke zusätzlich Gemisch angesaugt. Der Luftstrom wird mit der Luftkorrektur-schraube eingestellt. Die Leerlaufdüsen gibt es mit verschiedenen Durchlassmaßen, mit dem Wechsel der Düsen kann man die Grundeinstellung für den Leerlauf ändern.

    c. Teillastbereich: Der Teillastbereich ist der Bereich in dem sich der Motorlauf mit mittleren Drehzahlen bewegt. In diesem Drehzahlbereich wird das Gemisch so gesteuert:
    In dem Gasschieber ist eine Düsennadel geklemmt, die unten spitz (konisch) zu geht und beim Runterlassen in den sog. Düsenstock getaucht wird. Wenn man Gas gibt, zieht man die Nadel hoch, sie gibt dann mehr Querschnitt im Düsenstock frei, der Durchlass für das Gemisch wird größer, die Drehzahl des Motors erhöht sich. Veränderungen für das Gemisch kann man hier durch verschiede Größen von Düsennadelspitzen oder auch durch Einhängen in die unterschiedlichen Düsennadelkerben erreichen. Die Nadelklammer sollte normal in der Nut Nr. 3 sitzen

    d. Hauptsystem:
    Dieses System wird dann aktiviert, wenn bei ganzer Öffnung des Schiebers die Düsennadel aus dem Düsenstock herausgehoben und der gesamte Querschnitt frei gegeben ist. Jetzt übernimmt die Hauptdüse die Verantwortung für das Gemisch. Sie sitzt an der tiefsten Stelle in der Schwimmerkammer, mitten im Benzin. Die Höhe des Benzinstands regelt der Schwimmer bzw. das Schwimmerkammerabsperrventil. Veränderungen im Gemisch können auch hier durch den Austausch der Hauptdüsen mit verschiedenen Durchmessern erreicht werden. Unter welchen Bedingungen eine optimale Verbrennung bei Vollgas vorliegt, kann man auch durch das Zündkerzenbild erfahren siehe auch HIER IM FORUM . Ist die Kerze rehbraun, ist die Hauptdüse richtig gewählt und die Einstellung in Ordnung.

    e. Beschleunigungssystem:
    Dieses System dient dazu, dass zusätzlich Kraftstoff in den Ansaugtrackt eingespritzt wird, wenn der Gasgriff schnell aufgezogen wird. Es verhindert das Verschlucken. Nützlich ist es auch beim Kaltstart (siehe oben). Es unterstützt den Choke, wenn man ohne Zündung ein paar Mal schnell Gas gibt, dann fördert die Beschleunigerpumpe fast einen Kubikzentimeter Sprit zum Einlassventil. Ist der Vergaser abgeschraubt, kann man beim Testen sehen, dass der Strahl Benzin fast einen Meter weit reicht.
    Wie funktioniert das: Das System besteht aus einer Pumpe, die durch einen Hebel von einer Rampe des Gasschiebers aus eine Membran betätigt. Beim Hochziehen des Gasschiebers wird über einen Kunststoffhebel ein seitlicher Druck auf den Pumpenkolben (der in der Wandung der Gasschieberführung liegt) ausgeübt. Von diesem Pumpenkolben gelangt der hier geförderte Spritstoß zur Austrittsbohrung/Einspritzdüse. Wird das Gas wieder weggenommen, so fährt der Gasschieber wieder runter und die Feder in der Kammer des Pumpengehäuses drückt die Membran zurück, die Kammer läuft wieder voll Benzin. Den Hub der Membranpumpe, also die Menge an Sprit die eingespritzt werden soll, kann man durch eine Schraube einstellen. Einstellmöglichkeiten gibt es auch hier viele. So kann die Einspritzdüse gegen kleinere oder größere getauscht wer-den, der Hub verändert oder das Beschleunigersystem sogar ganz stillgelegt werden (z.B. für Einstellarbeiten am Vergaser).
    Bei längerer Standzeit sollte man das Beschleunigungssystem leeren. So kann die filigrane Pumpe nicht mehr funktionieren, weil die winzige Entlüftungskugel das System verklebt. Dann funktioniert die Pumpe beim ersten Start nicht mehr.

    Wie man sieht, ist so ein Dellorto Vergaser ein ziemlich kompliziertes System, in dem alles mit allem zusammenhängt und die kleinste Veränderung schnell große Auswirkungen haben kann. Auch jahrelange Erfahrung und viel Kenntnis über die physikalischen Abläufe und Strömungskunde sind erforderlich, um ein Dellorto Spezialist zu werden und um wirkungsvoll in das Gesamtsystem eingreifen zu können. Vor allem überschätzt sich der Laie schnell bei seinen Tuningmaßnahmen und ist über die mangelhafte Motorleistung, den grottenschlechten Motorrundlauf und über Beschleunigungslöcher enttäuscht.
    Für uns ist schnell die Grenze erreicht und die Profis müssen dann ran.
    Es gibt einer Reihe von Experten, die sich mit Dottore Dellorto anreden lassen können.

    Wir können uns ja ohne Schande auf das Reinigen und das Einstellen beschränken. Schon dabei entsteht das erhabene Gefühl, an den legendären Dellortos schrauben zu können.


    Reinigen des Vergasers:
    Reinigen und durchchecken in regelmäßigen Abständen:
    - den Benzinfilter reinigen, das Sieb mit Kraftstoff auswaschen
    - Hauptdüse, Düsenträger und Nadeldüse herausschrauben und mit Pressluft durchblasen
    - Starterdüse, Leerlaufdüse und das Ventil der Beschleunigerpumpe herausdrehen und ebenfalls mit Pressluft durchblasen
    - Schwimmergehäuse säubern, auf „Bodensatz“ achten
    - die Schwimmerachse rausziehen und den Doppelschwimmer abnehmen, ihn auf Un-dichtigkeit hin überprüfen, nachschauen, ob sich Benzin im Schwimmer befindet
    - O-Ringe begutachten und bei deren Einbau behutsam vorgehen, damit sie nicht gequetscht werden

    Was sollte man als Halbprofi nicht machen:
    Nicht die Beschleunigerpumpe zerlegen oder an der Einstellschraube der Pumpe rumdrehen
    Nicht die Vergaserdeckel oder die Gasschieber vertauschen, sonst müssen die Beschleu-nigerpumpen neu eingestellt werden
    Nicht die Düsengrößen und Nadelstellung verändern
    Nicht an den Einstellschrauben z.B. der Leerlaufgemisch-Regulierschrauben herumspielen, da sonst eine komplette Neueinstellung des Vergasers notwendig wird.

    Einstellen des Vergasers:
    Dellorto Typ PHM 38 bei R 90s
    Offizielle Daten:
    PHM 38 BS (S = sinistra = links)
    PHM 38 BD (D = destra = rechts)
    Durchlass 38 mm / Hauptdüse 155 / Nadeldüse 2,60 / Düsennadel Nr. K 4 / Nadelstel-lung 3 / Leerlaufdüse 60 / Leerlauf-Luftdüse 1, 2 / Leerlauf-Gemischregulierschrau-
    be 1 ½ Umdrehungen offen / Bypass-Bohrung 1,4 mm Durchmesser / Schwimmerkam-mer-Belüftungsbohrung 2,5 mm Durchmesser / Schwimmerventil 3,0 mm Durchmesser / Schwimmergewicht 10 Gramm / Starterdüse 77 46/70 / Gemischkanal 7,0 mm Durch-messer / Luftkanal 6,0 mm Durchmesser / Beschleunigerpumpendüse 0,35 / Einspritz-menge 0,4 ccm pro Hub.

    An den 38er Dellorto Vergasern fehlt ein Anschluss für die Unterdruckmessung mit entsprechenden Uhren. Manche behelfen sich damit, dass sie in die Ansaugstutzen ein Gewinde bohren und eine Muffe einsetzen, die als Anschluss für die Uhren dient.
    Andere R 90s Fahrer begnügen sich mit der alten Spiegelmethode, die meint, je weniger Vibrationen an den Spiegeln zu spüren und zu sehen sind, desto besser die Vergaserein-stellung bzw. der Motorrundlauf.
    Bei der Einstellung sollte zuerst geprüft werden, ob beide Seilzüge einen gleich langen Leerweg von ½ bis 1 mm haben und ob die Züge leichtgängig sind.

    Der Leerlauf wird am warmen Motor und mit geschlossenem Gasdrehgriff eingestellt. Hier benötigt man ein gutes Gehör und ein richtiges, gefühlvolles Händchen.
    Ein Kerzenstecker wird abgezogen, an dem anderen Zylinder sollte der Leerlauf so reguliert werden, dass der Motor kurz vor dem Absterben ist und gerade noch tuckert. Das gleiche Spiel jetzt auf der anderen Motorseite fortsetzen. Dann mit der Luft/Leerlaufschraube so lange ausjustieren, bis ein runder Motorlauf erreicht ist. Dieser sollte bei 1 bis 1 ½ Umdrehungen der Schraube und bei ca. 700 - 800 U/min sein.

    Anschließend werden die beiden Gasschieber synchronisiert, d.h. sie sollten beide gleichzeitig an dem Gasschieberanschlag ankommen man kann das hören, wenn keine anderen Motorgeräusche stören. Regulieren kann man dies natürlich mit der Gasschie-ber-Anschlagschraube oder auch mit dem jeweiligen Gaszug.

    Gutes Gehör ist auch beim Einstellen des Übergangs vom Leerlauf in den Teillastbe-reich gefragt. Ein wenig Gas geben, jeden Kerzenstecker im Wechsel abnehmen und hören, ob jeder Zylinder mit der gleichen Geschwindigkeit läuft. Auch hier werden wieder die Änderungen über den Seilzug reguliert.

    Um die Sache rund zu bekommen, sollten der Zündzeitpunkt und auch die Ventileinstellung stimmen. Zu achten ist auf den richtigen Sitz der Vergaserstutzen, so dass sie dicht sind und keine Falschluft ziehen. Apropos Luft: der Wechsel des Luftfilters ist öfter fällig als bei anderen Modellen, weil die Löcher im Luftfilterkasten jede Menge Schmutz reinlassen, der den Filter verstopft und wenig Luft für den Vergaser übrig lässt.

    Zum Schluss eine Explosionszeichnung des Vergasers mit seinen wichtigsten Einzelteilen:


    Attachment 1021

    01 Dellortovergaser R90S, 1973-1976
    02 Gaszugtülle
    08 Schieberdeckelschraube
    09 Düsennadel Haltefeder
    10 Düsennadel
    11 Vergaserschieber
    12 O-Ring Schieberdeckel
    14 Schieberdeckel
    15 Schieberfeder
    16 Feder Benzinpumpe
    17 Bolzen Benzinpumpe
    18 Hebel Benzinpumpe
    21 Schraube Klemmring Vergaser
    22 Isolierbüchse Vergaser
    24 Dichtring Schlauchanschluss
    25 Schlauchanschlussdeckel
    26 Sieb Schlauchanschluss
    30 Feder Choke
    31 Ventil Choke
    34 Dichtung Ventilkörper
    35 Vorzerstäuber
    36 Düsenstock
    37 Hauptdüse Größe 155
    38 Leerlaufdüse
    39 Ventil (Schwimmerkammer)
    40 Einspritzdüse
    41 O-Ring Anreicherungsventil und Einspritzdüse
    42 Dichtring Schwimmernadel
    43 Schwimmernadelsatz
    44 Schwimmer
    46 O-Ring Schwimmerkammer
    47 Schwimmerkammer
    48 Dichtring Schwimmerkammer-Verschlussschraube
    49 Schwimmerkammer Verschlussschraube
    52 Dichtring Düsenhalter
    56 Feder Stellschraube
    57 Schieberanschlagschraube
    58 O-Ring Regulierschraube
    59 Scheibe Gemischregulierschraube
    60 Feder Gemischregulierschraube
    61 Gemischregulierschraube
    62 Membran
    63 Feder Pumpendeckel
    64 Pumpenventil
    65 O-Ring Pumpenventil und Stellschraube unten
    67 O-Ring Stellschraube
    Comments 12 Comments
    1. Avatar von Momo
      Momo -
      Ist echt klasse beschrieben!
    1. Avatar von bschafmeister
      bschafmeister -
      Hallo , was stellt man mit Nr 51 und 53 ein ? Thanks, bin nur neugierig
    1. Avatar von bitbeisser
      bitbeisser -
      Hallo,

      da ich in letzter Zeit meine Dellortos total zerlegt und studiert habe, kann ich Dir sagen was die 51 und 53 ist.

      Es handelt sich hierbei um die Einspritzdüse die aus dem Kanal von oben aus der Beschleunigermembran mit Treibstoff versorgt wird.

      Wenn Du(Ihr noch weitere Fragen zu den Dellortos hast, scheut Dich(Euch nicht zu fragen.
      Mittlerweile bin ich recht fit in den Dingern. Hört sich alles sehr kniffelig an, aber es ist mit Ruhe und Überlegung gut beherrschbar.

      Hab meine komplett zerlegt, gereinigt, neu gedichtet und die Beschleunigersysteme wieder gangbar gemacht. Jetzt die läuft die Lady wie im zweiten Frühling.

      PS
      Alle Ersatzteile für die Vergaser habe ich bei BMW bekommen !
    1. Avatar von Uwe
      Uwe -
      Hallo, ich fand die Erklärungen ebenfalls sehr hilfreich. Verstehe ich die Funktion der Luftregulierschraube (61) richtig, dass sie ausschließlich für die Leerlaufregulierung von Bedeutung ist? Hintergrund: ich habe enorme Probleme mit einer 90S, die in Südamerika steht und dortige Abgasnormen nicht erfüllt. Das Phänomen ist, dass sie sich nicht stabil einstellen lässt.
      Uwe

      Zitat Zitat von bitbeisser Beitrag anzeigen
      Hallo,

      da ich in letzter Zeit meine Dellortos total zerlegt und studiert habe, kann ich Dir sagen was die 51 und 53 ist.

      Es handelt sich hierbei um die Einspritzdüse die aus dem Kanal von oben aus der Beschleunigermembran mit Treibstoff versorgt wird.

      Wenn Du(Ihr noch weitere Fragen zu den Dellortos hast, scheut Dich(Euch nicht zu fragen.
      Mittlerweile bin ich recht fit in den Dingern. Hört sich alles sehr kniffelig an, aber es ist mit Ruhe und Überlegung gut beherrschbar.

      Hab meine komplett zerlegt, gereinigt, neu gedichtet und die Beschleunigersysteme wieder gangbar gemacht. Jetzt die läuft die Lady wie im zweiten Frühling.

      PS
      Alle Ersatzteile für die Vergaser habe ich bei BMW bekommen !
    1. Avatar von bitbeisser
      bitbeisser -
      Hallo Uwe,

      eine wichtige Grundvorraussetzung für die saubere Einstellung der Vergaser sind:


      • Ventile sauber eingestellt
      • Ventilsitze dicht
      • Zündung sauber eingestellt
      • Gute oder besser neue Zündkerzen
      • Intakte Kerzenstecker und Zündleitungen
      • Luftfilter sauber
      • Alle Ansaugwege dicht (keine Nebenluft)
      • Alle Schrauben in Den Vergasern vorhanden? (Vor allem die inneren für den Anschluß der Unterdruckuhren)
      • Kein Wasser in den Schwimmerkammern (einfach einmal öffnen und säubern)
      • Frischer hochoktaniger Sprit im Tank (auf keinen Fall alten Sprit benutzen)


      Jetzt würde ich folgendes machen:
      Die Leerlaufgemischschrauben ganz reindrehen und dann 1,5 Umdrehungen wieder raus.
      Jetzt mittels Unterdruckuhren oder Schlauch die beiden Vergaser bei ca. 1000 / min mittels Leerlaufschraube (nicht die Gemischschraube) auf gleichen Unterdruck einstellen.
      Dann bei ca. 3000 U/min die Gaszüge so einstellen das sich gleicher Unterdruck einstellt.

      Jetzt sollte die Maschine wieder schnurren.

      Liebe Grüße Francisco

      Zitat Zitat von Uwe Beitrag anzeigen
      Hallo, ich fand die Erklärungen ebenfalls sehr hilfreich. Verstehe ich die Funktion der Luftregulierschraube (61) richtig, dass sie ausschließlich für die Leerlaufregulierung von Bedeutung ist? Hintergrund: ich habe enorme Probleme mit einer 90S, die in Südamerika steht und dortige Abgasnormen nicht erfüllt. Das Phänomen ist, dass sie sich nicht stabil einstellen lässt.
      Uwe
    1. Avatar von Uwe
      Uwe -
      Lieber Francisco,

      das klingt sehr fachmännisch. Leider fehlen mir "drüben" derzeit die Möglichkeiten (Werkzeuge wie z.B. Uhren) um so wie vorgeschlagen vorzugehen. Die sonstigen Einstellvoraussetzungen, die Du nennst sind wohl gegeben (aus der Ferne kann ich das leider nicht 100% beurteilen). Trotz runden Motorrlaufs zeigt die 90S ein paar Malaisen, u.a. das abgastechnisch instabile Leerlaufverhalten. Wenn es Dich nicht stört ist ein Telefonat vielleicht zielführender. Auf jeden Fall vielen Dank für Deine schriftlichen Tips und zum Abschluß nochmals meine Frage aus reiner Neugier nach der Funktion der Gemischregulierschraube (61): Reguliert sie ausschliesslich den Leerlaufbetrieb?
      HG, Uwe

      Zitat Zitat von bitbeisser Beitrag anzeigen
      Hallo Uwe,

      eine wichtige Grundvorraussetzung für die saubere Einstellung der Vergaser sind:


      • Ventile sauber eingestellt
      • Ventilsitze dicht
      • Zündung sauber eingestellt
      • Gute oder besser neue Zündkerzen
      • Intakte Kerzenstecker und Zündleitungen
      • Luftfilter sauber
      • Alle Ansaugwege dicht (keine Nebenluft)
      • Alle Schrauben in Den Vergasern vorhanden? (Vor allem die inneren für den Anschluß der Unterdruckuhren)
      • Kein Wasser in den Schwimmerkammern (einfach einmal öffnen und säubern)
      • Frischer hochoktaniger Sprit im Tank (auf keinen Fall alten Sprit benutzen)


      Jetzt würde ich folgendes machen:
      Die Leerlaufgemischschrauben ganz reindrehen und dann 1,5 Umdrehungen wieder raus.
      Jetzt mittels Unterdruckuhren oder Schlauch die beiden Vergaser bei ca. 1000 / min mittels Leerlaufschraube (nicht die Gemischschraube) auf gleichen Unterdruck einstellen.
      Dann bei ca. 3000 U/min die Gaszüge so einstellen das sich gleicher Unterdruck einstellt.

      Jetzt sollte die Maschine wieder schnurren.

      Liebe Grüße Francisco
    1. Avatar von hagechba
      hagechba -
      Hallo Bitbeisser,

      ich bin gerade dabei, meine Vergaser komplett zu zerlegen und zu reinigen,
      sieht nach 15 Jahren Standzeit übel aus. Hätt´ ich doch nur mal früher hier schmökern können...
      Aber zur Sache: Ich habe vor ca. 20 Jahren die Beschleunigerpumpen mal zerlegen müssen, weil
      das spröde Metall rissig war. Da hab ich denen ein neues Gehäuse verpasst und ansonsten alles wieder
      so reingeschraubt wie es war, also die Umdrehungen der Einstellschraube gezählt. Ob das dann optimal
      war weiß ich nicht, daher die Frage: gibt es ein einigermaßen nachvollziehbares Rezept, um das Pümplein
      korrekt einzustellen bzw. zu überprüfen?

      Gruß,
      Georg


      Zitat Zitat von bitbeisser Beitrag anzeigen
      Hallo,

      da ich in letzter Zeit meine Dellortos total zerlegt und studiert habe, kann ich Dir sagen was die 51 und 53 ist.

      Es handelt sich hierbei um die Einspritzdüse die aus dem Kanal von oben aus der Beschleunigermembran mit Treibstoff versorgt wird.

      Wenn Du(Ihr noch weitere Fragen zu den Dellortos hast, scheut Dich(Euch nicht zu fragen.
      Mittlerweile bin ich recht fit in den Dingern. Hört sich alles sehr kniffelig an, aber es ist mit Ruhe und Überlegung gut beherrschbar.

      Hab meine komplett zerlegt, gereinigt, neu gedichtet und die Beschleunigersysteme wieder gangbar gemacht. Jetzt die läuft die Lady wie im zweiten Frühling.

      PS
      Alle Ersatzteile für die Vergaser habe ich bei BMW bekommen !
    1. Avatar von bitbeisser
      bitbeisser -
      Hallo,

      du brauchst 0,4 ccm pro Hub des Gasschiebers.
      Das wirst Du so nicht messen können. Aber kannst ja einfach rechnen.
      Due schraubst den Gaser runter lässt ihn aber an der Saftleitung dran.
      Dann klaust Du Deiner Frau den Meßbecher für den Kuchen.
      Jetzt schaust mal auf die Skala was die so hergibt....
      Kannst jetzt ein vielfaches der Menge rechnen.
      Also 100 mal Vollgas am Gasgriff sollte 40 ccm Sprit im Becher sein.
      Wenn der nur in 100ml Schritten zeigt dann musst 1000 mal Vollgas geben um 400ml Sprit zu bekommen.

      Evtl. ist es dann besser einen Meßbecher beim Louis oder so beschaffen der ne feinere Skala hat.

      Also machst dann 25 mal Vollgas dann solltest Du 10ccm haben was 10 ml entspricht.
      Wenn Du gut zielen kannst, geht es auch mit ner Spritze die hat ne feine Skala.

      Weißt Du wie ich meine?

      Gruß bitbeisser

      Zitat Zitat von hagechba Beitrag anzeigen
      Hallo Bitbeisser,

      ich bin gerade dabei, meine Vergaser komplett zu zerlegen und zu reinigen,
      sieht nach 15 Jahren Standzeit übel aus. Hätt´ ich doch nur mal früher hier schmökern können...
      Aber zur Sache: Ich habe vor ca. 20 Jahren die Beschleunigerpumpen mal zerlegen müssen, weil
      das spröde Metall rissig war. Da hab ich denen ein neues Gehäuse verpasst und ansonsten alles wieder
      so reingeschraubt wie es war, also die Umdrehungen der Einstellschraube gezählt. Ob das dann optimal
      war weiß ich nicht, daher die Frage: gibt es ein einigermaßen nachvollziehbares Rezept, um das Pümplein
      korrekt einzustellen bzw. zu überprüfen?

      Gruß,
      Georg
    1. Avatar von hagechba
      hagechba -
      Super! Na chlor weiß ich wie Du meinst - Danke für die Info!
      Das lässt sich hinkriegen.

      Jetzt hab ich aber noch ein ganz anderes Problem entdeckt: Zum Reinigen habe ich
      die Dellortos gestern komplett zerlegt. Und die Membran der Beschleunigerpumpe
      fühlt sich beinahe wie Plastik an. Am Rand, wo sie als Dichtung zwischen den Gehäusen
      eingeklemmt war, ist sie noch schön elastisch.
      Was meinst Du: Auswechseln, oder funzt das Ding trotzdem noch?

      Gruß,
      Georg
    1. Avatar von Weißrückenpavian
      Weißrückenpavian -
      Bin zwar nicht der Bitbeisser, aber ich würde sie wechseln, kosten nicht die Welt.
      Gruß
      Hansi

      Kleiner Nachtrag, die meisten DellOrto-Verschleißteile sind bei BMW billiger als bei Stein-Dinse, doch für die Membranen lohnt sich ein Anruf bei SD.
    1. Avatar von bitbeisser
      bitbeisser -
      Hallo

      Rausschmeißen und auf jeden Fall austauschen.
      Vergiß auch nicht das parallel zur Membran auch die Dichtung zu verbauen ist. Die erneuerts Du natürlich auch.
      Besorg Dir auf jeden Fall nen Dichtsatz für die Gaser und wirf alles was Gummi ist raus. Sonst hhast hinterher beim einstellen die Phänomene.

      Gruß Bitbeisser

      Zitat Zitat von hagechba Beitrag anzeigen
      Super! Na chlor weiß ich wie Du meinst - Danke für die Info!
      Das lässt sich hinkriegen.

      Jetzt hab ich aber noch ein ganz anderes Problem entdeckt: Zum Reinigen habe ich
      die Dellortos gestern komplett zerlegt. Und die Membran der Beschleunigerpumpe
      fühlt sich beinahe wie Plastik an. Am Rand, wo sie als Dichtung zwischen den Gehäusen
      eingeklemmt war, ist sie noch schön elastisch.
      Was meinst Du: Auswechseln, oder funzt das Ding trotzdem noch?

      Gruß,
      Georg
    1. Avatar von hagechba
      hagechba -
      Hallo,
      inzwischen habe ich die Beschleunigerpumpenmembranen (was für ein Wort!) erneuert, und das Einstellen der Einspritzmenge ging ohne Probleme über die Bühne!
      Ich musste nur erst rausfinden, dass Hineindrehen der Einstellschraube die Menge vermindert. Vielen Dank nochmal an die Ratgeber hier!

      Georg